Leben in East Beach

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Das recht noble Neubauquartier East Beach liegt direkt an der Bayfront auf einer Art Landzunge im Nordosten Norfolks und in unmittelbarer Nähe zur Joint Expeditionary Base Little Creek – Fort Story. Um es vorweg zu nehmen:  Das Haus in East Beach war die letzte Option auf unserer Wohnungsbesichtigungsreise im Mai 2016 gewesen, die bis dahin ziemlich ernüchternd abgelaufen war. Es war (ungewöhnlich für Virginia) fast durchweg kalt, grau und regnerisch und die besichtigten Häuser blieben so ziemlich alle hinter dem ersten Internet-Eindruck zurück. Sheila, unsere Maklerin war ratlos, wir frustriert. Über Nacht stand dann aber plötzlich Jasmins und Bobbys (zwei ganz wunderbare Menschen mit, ich meine, iranischen Wurzeln) Townhouse zur Verfügung. Es entpuppte sich als ein großer Glücksfall für uns…

Neun Dinge über East Beach:

Wie man baut: Aus Holz (fast das ganze Haus) und die Features meist aus Kunststoff (die Details nicht immer hochwertig), großzügig, mit Satteldach und mindestens drei Stockwerken. Von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, im kolonialen Südstaatenstil. Mit einer langen Leiter.

Was man trägt: Morgens auf jeden Fall Sportshorts, Turnschuhe und Basecap zum Spazieren am Strand, Gassi gehen oder Joggen. Abends gerne mal ein Glas Wein in der Hand (auch – eigentlich ja in den USA verbotenerweise  – auf offener Straße. Nun gut, es sehen ja nur die Nachbarn und die haben ja selber eins ;-)). Wein ist übrigens sehr teuer hier! Wir sind froh, dass wir Bezugsquellen aus Deutschland haben!

Was man hört: Das Brummen der Klimaaußengeräte (in unserem Hof stehen davon gleich drei :-(). Das ohrenbetäubende Zirpen der Zikaden, die sogar die Klimageräte übertönen, besonders in den Abendstunden. Manche Abende das dumpfe Dröhnen der Hovercrafts in der Bucht, wenn die Marines in der nahegelegenen Base zu Übungen ausfahren. Einen Countrysänger auf dem samstäglichen Farmers Market.

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Was man sieht: Das Meer. Flugzeuge, die vom Norfolker Flughafen gestartet sind. Amerikanische Flaggen. Wenige schwarze Familien.

Was man findet: Wunderschöne Muscheln und Krabben am Strand. Riesige leckere Wassermelonen und für 7,50 $ wunderbare hausgemachte Feigenmarmelade auf dem Farmers Fare. Gelegentlich eine tote Zikade, wenn die Straßenbäume gegen Ungeziefer gespritzt wurden.

Was man fährt: Einen SUV oder Pickup. Und ein Golfkart. (Unter Umständen auch zum Hundeausführen :-). Aus figurästhetischen Gründen haben wir unseren Kindern nicht in Aussicht gestellt, uns ein solches Gefährt zuzulegen.)

Was fehlt: Ein gutes öffentliches Nahverkehrssystem. Die Werderaner Havelsilhouette. Berlin. Nachbarschaftsneid (zumindest haben wir den noch nicht bemerkt).

Warum man hier leben sollte: Weil es am Meer liegt. Weil es in Amerika ist. Weil die Nachbarn fantastisch sind!

Was East Beach mal war: Vor der Gentrifizierung der Slum von Norfolk. Dazu später an dieser Stelle mehr…

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