Big Easy

Im Mob Museum in Las Vegas hat sich einmal mehr gezeigt, wie sehr die USA im Grunde immer schon ein Produkt seiner Einwanderer waren, der Menschen, die nach Amerika kamen und hier – in vielerlei Hinsicht – „fruchtbaren“ Boden für ihre Ideen, Religion, Lebensweisen oder einfach Gewohnheiten fanden. Im Fall der Mafia (amerikanisch: „Mob“) brachten böse Jungs aus Europa Böses auch in die Neue Welt. Am Mississippi waren die  Europäer für die native Bevölkerung – wie überall auf dem amerikanischen Kontinent – und die Sklaven, die sie mitbrachten, ein Fluch. Gleichzeitig aber führten die französisch-spanischen Kolonialwurzeln, die hier im Staat Louisiana u. a. noch mit Einflüssen aus der Karibik, Afrika und Vietnam vermischt werden, zu einer ganz besonderen, wunderschönen und lebendig-quirligen Südstaatenstadt: New Orleans!

Liebe gute Fee: Wenn ich einen Wunsch frei habe, dann lass mich bitte in NOLA (New Orleans) leben! Naja, wenigstens im Frühjahr, wenn alles noch mehr grünt und üppig blüht, es noch ein bisschen wärmer ist und vielleicht nicht regnet, einmal wiederkommen!

Christian und ich verbrachten unser erstes Silvester in den USA in Big Easy: New Orleans. Um ein Haar hätten wir allerdings unseren Flug hierher verpasst :-(. Na vielen Dank auch! Aber wer konnte denn ahnen, dass die Mietwagenstation am Flughafen in Las Vegas nicht wirklich am Flughafen ist und der Shuttle-Bus-Fahrer nicht losfahren konnte, weil er noch auf sein Frühstück warten musste?! Mit uns hatten jedenfalls noch eine Menge anderer Menschen die Idee zum Jahreswechsel nach New Orleans zu reisen, die Stadt war brechend voll von Partylaunigen in gelben New-Orleans-Regencapes und Allstate Sugar Bowl-Shirts. (Das traditionelle Collage Football Game schließt die Saison ab und findet jedes Jahr im Januar hier im Mercedes-Benz Superdome statt.)

Verregneter Tag im French Quarter in New Orleans.
Muss im Sommer noch viel schöner sein: Garden District.

In New Orleans sieht alles sehr viel europäischer aus, als wahrscheinlich irgendwo sonst in den USA. Die wunderbar kunstvollen schmiedeeisernen Balkonkonstruktionen in den engen Gassen des French Quarter erinnern an Portugal oder Südfrankreich… Die breite, von großen Palmen gesäumte Canal Street mit ihren stuckbesetzten Geschäftshäusern, Theaterleuchtreklamen, 60er-Jahre-Hotelhochhäusern und nostalgischer Straßenbahn in der Mitte wirkt aber eher südamerikanisch, wie eine Prachtstraße in Buenos Aires vielleicht.

In New Orleans fasziniert aber nicht nur die Architektur (die im touristischen Zentrum von Katrina glücklicherweise nicht allzu sehr mitgenommen wurde), auch das Essen ist fantastisch! So haben Christian und ich uns die verschiedensten kulinarischen Genüsse der Kreol-, Cajun- und afrikanischen Küche auf der Zunge zergehen lassen, inklusive frittiertem Huhn auf belgischer Waffel und Alligator! Und mit dem guten Vorsatz fürs neue Jahr, etwas mehr Sport zu machen :-).

Vorzüglich: Hähnchen auf Waffel mit scharfer Honigsauce!
Live Club in der Frenchmen Street.

Da die Stadt aber vor allem eins ist, nämlich, wie man sagt, der Geburtsort des Jazz, galt es natürlich, die verschiedensten Live-Musik-Clubs aufzusuchen und wir wurden nicht enttäuscht! Man kann in New Orleans vermutlich jeden Abend irgendwo Musik hören, feiern und tolle Bands entdecken. Und auch auf der Straße trifft man bis spät in die Nacht auf Blechbläser und Trommler und Menschen, die sich drumherum versammeln, fröhlich sind und tanzen. Die Lebensfreude und Ausgelassenheit in NOLA steckt an und ließ uns mit jeder Menge Jazz und Alkohol im Blut ins neue Jahr schwingen. Uns auch noch dem Voodoo hinzugeben und aus Händen oder Tarot-Karten lesen zu lassen, das haben wir uns dann allerdings nicht getraut!

VooDoo…

Ein Gedanke zu „Big Easy“

  1. Meine liebe Katja,
    …wie schön Du immer schreibst, ich lese alles mit Begeisterung, drucke alles aus und gebe es an Omi weiter. und Riesenfreude jedes Mal auch bei ihr! Ich freue mich für Euch, dass Eure Reise so schön war und danke an Heike und Ralf, dass sie die Kinder betreut haben !
    Ich grüße Euch herzlich aus dem sibirischen Dresden,
    M.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.