Wechselwetter

Winterstimmung in Washington, D.C. Hier waren wir vor über zwei Jahren, als wir zum ersten Mal in Washington waren.

Es ist ein frostiger Sonntagmorgen aber davon bekomme ich nicht viel mit – ich sitze schläfrig und schwitzend in der überheizten Schwimmhalle; Gretas Wettkampf beginnt in wenigen Minuten. Wie immer bei Sportveranstaltungen werden wir vor Beginn innehalten, die meisten mit der rechten Hand auf der Brust; man blickt zur amerikanischen Flagge und die Nationalhymne wird abgespielt. Selbst wenn die Musik aus der Konserve kommt – immer irgendwie rührt es mich. Und irgendwie wird mir das fehlen, glaube ich. In den letzten Wochen ist Amerika jedoch wieder durch schwierige, bedrückende Zeiten gegangen (wenn man überhaupt sagen kann, dass es in den letzten zwei Jahren irgendwann einmal nicht bedrückend war). Der Government Shutdown, den die Trump-Regierung aufgrund des Finanzierungsstreits um die Mauer an der Mexikogrenze bereits im Dezember initiiert hatte – der längste in der Geschichte der Vereinigten Staaten – hat viele Familien in Verzweiflung getrieben und die Arbeit wichtiger Institutionen, wie des Wetterservices (in einem Land, das ständig von Naturkatastrophen bedroht wird), der Küstenwache und der Flugsicherheit, nahezu zum Erliegen gebracht. Flüge an der Ostküste wurden massenhaft gecancelt und in den Nationalparks sammelte sich der Müll.

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