Cowboyherz, Kaktusliebe und ein bisschen Drama

Nach drei Wochen Reisezeit befinden wir uns nun auf dem letzten Stück unseres Roadtrips. Von Texas geht es innerhalb von vier Tagen über Arkansas und Tennessee zurück nach Norfolk, Virginia. Manchmal schleicht sich nun schon ein Gedanke an zuhause ein und an das Schuljahr das bevorsteht. Aber noch sind wir Reisende… Im historischen Bergkurort Hot Springs halten wir und tauchen unsere Hände in das verblüffend heiße Wasser der sprudelnden Brunnen. Wir übernachten in Memphis und spazieren durch die sonntagmorgendliche Innenstadt. Die Hitze ist deutlich schwüler, es riecht nach Pisse und Stadtangestellte auf Fahrrädern scheuchen Obdachlose von ihren Schlafplätzen. Ich fotografiere bunte Wandbemalungen und die Fassaden im leergefegten Entertainmentviertel. „Cowboyherz, Kaktusliebe und ein bisschen Drama“ weiterlesen

Wanderlust, Westernpferde und fette Eichhörnchen

Es ist bereits früher Nachmittag, als wir vergangenen Dienstag nach guten zwei Stunden Autofahrt im Zion National Park ankommen. Vom Lake Powell aus ging es in Richtung Norden wieder nach Utah und durch die Berglandschaft des Grand Staircase Escalante National Monument. Wir passieren das pittoreske, von Bergen umgebene, Städtchen Kanab, die Umgebung wird grüner und die Luft frischer. Es ist nicht mehr so heiß und trocken. Immer wieder verwirrt uns die Uhrzeit – im Staat Arizona gibt es nämlich keine Daylight Saving Time (Sommerzeit), die Navajo Nation hingegen, welche teilweise auf Arizona-, teilweise auf Utah-Gebiet liegt, beteiligt sich jedoch daran, der Staat Utah ebenfalls. In Mt. Carmel Junction, wo sich die Straße zum einen nach Zion, zum anderen in Richtung Bryce Canyon  Nationalpark abzweigt, legen die Kinder und ich kurz eine Pause ein, um Essen zu kaufen. Leider werden am White Mountain Trading Post zur gleichen Zeit (Die an Wildwest-Zeiten erinnernde Bezeichnung „Trading Post“ bezieht sich hier im Land abseits der Interstates in der Regel auf Tank- und Raststellen, in denen es auch allerlei lokales bzw. indianisches Kunsthandwerk und Souvenirs gibt.) mehrere japanische Reisebusse entladen, so dass wir in eine kleinere Tankstelle um die Ecke fliehen und unsere Nachmittagsverpflegung im Wesentlichen aus Nachos, Schokolade und etwas Obst, das wir noch übrig hatten, bestehen wird. „Wanderlust, Westernpferde und fette Eichhörnchen“ weiterlesen

Menschen in bizarren Landschaften

Diesen Beitrag veröffentliche ich mit fast einer Woche Verzögerung. Unsere Reise hatte uns ab letztem Dienstag weiter nach Westen, in die Nationalparks Zion, Bryce Canyon und Grand Canyon, geführt und eine Internetverbindung war eher sporadisch vorhanden. Dafür wachten wir morgens mit Elchen auf dem Zeltplatz auf und krochen abends mit einem überwältigenden Sternenhimmel in unsere Schlafsäcke. Die Klamotten rochen nach Lagerfeuer. Was braucht es mehr?

Unser Road Trip zeigt, was man in den USA misst – und vielleicht manchmal vergisst – wenn man nicht gerne und lange Auto fährt: Die merkwürdigsten, malerischsten und einsamsten Orte, an denen Menschen leben und arbeiten, und an denen man rasten und für die Nacht bleiben kann. Den letzten Zwischenstopp vor der Weite des Westens machten wir irgendwo im gefühlten Nirgendwo, in Limon, was nicht viel mehr als eine Straßenkreuzung an der Grenze von Kansas und Colorado ist. „Menschen in bizarren Landschaften“ weiterlesen

Go West!

Wenn der Alltag in Amerika, das Hampton-Roads-Verkehrschaos, eine sommerliche Regenphase, die immer gleichen Burger-Gerichte in den lokalen Restaurants und die täglichen Schlagzeilen anfangen, aufs Gemüt zu drücken, wird es – so bestätigt es sich mir immer wieder :-)- Zeit, Koffer zu packen. Oder besser gesagt Rucksäcke! So sind wir nun, nachdem wir zwei schöne, trubelige Wochen mit der Omi und dem Cousin aus Deutschland verbracht haben, auf dem Weg nach Westen. Sechs Bundesstaaten haben wir in zwei Tagen bereits durchfahren und mehr als 1200 (!) Meilen zurückgelegt. Weites, weites Land! Mit jeder weiteren Meile jubelt mein Herz ein bisschen mehr, jetzt endlich sehen wir, wie Amerika, im wahrsten Sinne des Wortes, in seinem Inneren aussieht. Und nicht nur, wenn man an Highway Markern vorbeikommt, die auf historische Geschehnisse hinweisen, hat man beinahe unweigerlich ein (beinahe romantisches) Bild vor Augen von Siedlertrecks und Planwagen auf dem Weg nach Westen und auf der Suche nach fruchtbarem Land und einem neuen, besseren Leben… „Go West!“ weiterlesen