Bestandsaufnahme & ein etwas anderes Licht

Letzten Samstag hatten die Kinder und ich Jahrestag: Denn am 19. August 2016 sind wir in unserem neuen Zuhause in Norfolk angekommen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, nun schon ein Jahr hier zu leben – die Zeit ist so schnell vergangen! Damals sind wir unheimlich herzlich in unserer neuen Nachbarschaft aufgenommen worden – ehe wir uns versahen hatten wir Bettzeug und Geschirr, denn unser Haus war noch leer und der Umzugswagen mit all den persönlichen Dingen, den Stückchen Leben, die ein Haus zum eigenen Haus machen, ließ noch auf sich warten. Inzwischen haben wir zu unserem Sammelsurium an Erinnerungen zwölf Monate im vielleicht verrücktesten Land der Welt hinzugefügt – Norfolk ist uns zur Heimat geworden! Vielleicht ist es nun Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen…

Es fällt mir jedoch schwer, dafür einen Anfang zu finden. Soll ich davon schreiben, was uns beeindruckt, erfreut und überwältigt hat in diesem vergangenen Jahr? Was wir erlebt und gesehen haben? Von den vielen lieben Menschen, die wir kennengelernt haben und die wir nun unsere Freunde nennen können und von der Sonne, die hier so viel scheint? Oder über das, was (immer noch) nervt und frustriert und darüber, dass die Freunde und Familienmitglieder von zuhause in Deutschland manchmal ganz schön fehlen? Und auch der Schnee im Winter, die Schlösser, Fußgängerzonen und neo-gothischen Kirchtürme? Dass es manchmal nicht einfach ist, Ausländer zu sein und schwer zwischen den Welten zu leben? (Für die Briefwahl in Deutschland haben wir uns angemeldet!) Ich glaube, der richtige – und hoffentlich kurzweiligste – Weg ist es, eine kleine Aufzählung dessen zu versuchen, was dieses Land – inzwischen – aus uns gemacht hat :-). „Bestandsaufnahme & ein etwas anderes Licht“ weiterlesen

Immer Extreme

Ich bin mir sicher, ich habe schon einmal darüber geschrieben, aber als ich heute wieder auf dem Freeway urplötzlich von unglaublichen Wassermassen überrascht worden bin, dachte ich mir: Warum muss in diesem Land eigentlich immer alles so extrem sein? Warum immer so am Anschlag? Ganz oder gar nicht? Wo sind die Zwischentöne? In Berlin gab es in den letzten Wochen mehrfach heftige Regenfälle und extreme Überschwemmungen, das stimmt. Die Bilder, die ich von der Ferne nur über Social Media gesehen habe, waren alarmierend, gewiss. Doch wenn es hier regnet und die Welt untergeht, dann von jetzt auf gleich und mit aller Macht. Dann fallen Sturzbäche vom Himmel. Man muss sich durch die Situation hindurch navigieren, es gibt kaum Zeit sich vorzubereiten. Und das betrifft nicht nur das Wetter. „Immer Extreme“ weiterlesen