Pferdeliebe und andere Entdeckungen

Als wir letztes Jahr nach Amerika aufbrachen, fanden wir es großartig, an einen Ort zu ziehen, von dem es heißt, er sei for lovers: Virginia. Tatsächlich ist es nicht schwer, sich in dieses wunderschöne Stückchen Erde zu verlieben! Wir sind zurück von unserer Auszeit im Shenandoah Valley – es war eine Reise voller wunderbarer Entdeckungen!
So begegnete uns ausgerechnet Leni Riefenstahls Kamera in einem Fotografie-Museum in Staunton (sprich: „Stänten“), das eine Menge Charme, Kultur, restaurierte Häuser, Berge drumrum und sogar eine Universität besitzt und als eine der schönsten amerikanischen Kleinstädte gilt. Der ältere Herr, der uns mit leuchtenden Augen durch das winzig kleine Museum führte, war ein wahres Lexikon der Fotografie-Geschichte!

Baden im Maury River.

Wir fanden die wunderbaren glasklaren Fluss-Badestellen der Locals im George Washington and Jefferson National Forest und fühlten uns sehr bedeutend, ein winziges Stückchen auf dem Appalachian Trail im Shenandoah National Park entlang gewandert zu sein (ich vermutlich mehr als die Kinder :-)). Wir trafen Menschen, die bereits seit Maine auf diesem vielleicht berühmtesten aller Wanderwege unterwegs waren! 

Einladung zum Ausruhen in Lexington (am Portal einer Kirche).

In Rockbridge County, irgendwo an der Landstraße, faszinierten uns eine riesige Reitanlage und ein Dressur-Turnier mit graziösen American Saddlebreds (amerikanische Zuchtpferde, die wir vorher noch nie gesehen hatten). Sie hießen Questionable Conversation, American Tango, Trust My Imagination oder We Must Be Nuts. (Offensichtlich sind Amerikaner bei der Namensgebung ihrer Pferde noch unerschrockener als bei ihren Kindern :-)) .  „Pferdeliebe und andere Entdeckungen“ weiterlesen

Luftveränderung

Es ist noch keine drei Tage her, dass die Kinder und ich aus Deutschland zurück nach Virginia gekommen sind und doch scheint das alles schon wieder ganz weit weg zu sein. Es war schön, nach so vielen Monaten wieder Berliner Luft zu atmen und Großstadtgeräuschen zu lauschen. Und welch ein überwältigender Anblick des Fernsehturms im Morgenlicht beim Anflug auf Tegel! Es war ebenfalls sehr schön, alte Freunde und Kollegen wiederzusehen und mit der Familie Claras Konfirmation in der vertrauten und pittoresken Umgebung in Werder zu feiern. Dann kamen ruhige Tage in Dresden mit Heideluft und dem Duft einer lauen, erinnerungsreichen Sommernacht im Kneipenviertel. In Thüringen spazierten wir durch mittelalterliche Gassen in Erfurt und atmeten Waldluft bei einer gewittrigen Gartennacht im Zelt. Es hat sich gut angefühlt, dass der amerikanische Alltag und seine verrückte und mich oft deprimierende Politik weit weg und auf einmal auch völlig unwichtig waren. Das alles hat geholfen, um Durchzuatmen und Aufzutanken. Und dann haben wir uns auf unsere Rückkehr nach Amerika gefreut! „Luftveränderung“ weiterlesen