Behörde auf Amerikanisch

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Wer glaubt, in Deutschland ginge es bürokratisch zu, war noch nicht in einer Behörde in den USA :-). Heute hatten wir das DMV (Department of Motor Vehicles) auf dem Plan mit folgenden Anliegen: 1. Ein aus Deutschland importiertes Auto mit NATO-Status (es ist befreit von den amerikanischen Umweltanforderungen, muss nachher aber auch wieder mit ins Heimatland zurückgenommen werden) zulassen. 2. Christians (Christian = NATO) deutschen Führerschein + seinen gerade hier erworbenen Motorradführerschein in eine ordentliche Virginia Driver’s License umschreiben lassen. Sowie 3. Meinen (ich = NATO dependent) Virginia-Führerschein ausstellen lassen. Da heute aufgrund der hohen Fluktuation unter den NATO-Soldaten während der Sommermonate der DMV-Truck (eine mobile Fahrerlaubnisbehörde) im Kasernengelände war, fuhren wir zuerst dorthin. Der DMV-Truck bearbeitete die Anträge natürlich – zwecks Kühlung – bei laufendem Motor! Bei unserer Ankunft hatte sich die Wartezeit  jedoch bereits auf zwei Stunden eingepegelt. Um zu vermeiden, dass wir und die Kinder in der Mittagssonne gegrillt werden, schickte man uns freundlicherweise gleich zur nächstgelegenen richtigen Behörde. Hier reihten wir uns zunächst in eine Schlange ein, um der Lady am Schalter unsere Anliegen vorzutragen und die Vollständigkeit der Papiere prüfen zu lassen. Je nach Schwierigkeitsgrad des Falles (und der Verfügbarkeit entsprechend befähigter Bearbeiter – dies scheint tagesabhängig zu sein :-)) bekommt man dann eine Nummer und setzt sich in die reihenbestuhlte Wartezone, bis man aufgerufen wird… Ich hatte eine A-Nummer, Christian eine D. (Es gab, glaube ich, keine weiteren Ds heute – also ein besonders schwerer Fall!)  „Behörde auf Amerikanisch“ weiterlesen

Morgens in East Beach

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Nach anstrengenden drei Tagen Möbel rücken und Kisten auspacken, bei dem uns zum Glück viel tatkräftige Hilfe aus der Familie zur Seite stand (vielen Dank!) wird es nun Zeit, ein paar Worte über East Beach zu verlieren, der Norfolker Neighborhood, in der wir wohnen. Wenn man bei seinen morgendlichen Joggingrunden nicht gerade damit beschäftigt ist, das freundliche „moarnin“ (good morning) eines Hundegassiführers zu erwidern (die Vierbeiner hecheln bei bereits 25°C früh um sieben genauso wie ich), bleibt doch einige Zeit, über das Viertel und seine Bewohner nachzudenken. Ich habe meine bisherigen East Beach-Eindrücke unter Leben in East Beach einmal zusammengefasst. Eine Freundin meinte, im Google Street View sähe die Nachbarschaft Werder ziemlich ähnlich. Nun, wir haben in East Beach ebenfalls ganz wunderbare Nachbarn. Ein paar Unterschiede zu Werder gibt es aber schon, denke ich :-)…

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Nachhilfe in Pflanzenkunde!

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Ich muss mich korrigieren, denn ein Besuch im Botanischen Garten von Norfolk hat das Rätsel um die herrlich blühenden Bäume (siehe auch mein Beitrag zu Fredericksburg) gelöst: Es handelt sich um die sogenannte Kräuselmyrte oder auch Chinesische Lagerströmie (schon mal wer was davon gehört?), im Englischen Crape Myrtles! Aha. Also kein Kalifornischer Flieder. Aber sehr schön. Außerdem muss ich mein gespaltenes Verhältnis zum Rhododendron überdenken. Den gibt es hier als riesigen Baum und das nicht nur im Botanischen Garten. Das ist schon sehr beeindruckend!

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Stadt der Meerjungfrauen

Mermaid-smNun sind wir in Norfolk, Virginia! Meerjungfrauen wie diese hier am Hampton Roads Naval Museum sieht man neben Subways, Starbucks und Co. hier (fast) an jeder Straßenecke. Sie verleihen der von Militär und  Marine geprägten Stadt etwas unschuldigen Glanz möchte man meinen…

Als wir am Freitag Abend, verschwitzt und abgekämpft von der Rush Hour in der Chesapeake Bay, in unserem neuen Zuhause in East Beach ankommen, werden wir kurzerhand von einer Schar fröhlicher Nachbarn umringt und versorgt mit allerlei Matratzen und Bettzeug. Denn unsere Möbel verweilen noch beim Zoll im Norfolker Hafen. Unglaublich diese Herzlichkeit! Das Meer sehen wir am nächsten Morgen: Es sind nur fünf Minuten bis zum Strand.

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Im Süden Virginia… und Bayern

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Südlich von Washington begrüßt uns am Freitag, den 19. August unsere zukünftige Heimat Virginia! Zunächst machen wir noch einen Abstecher in die Kleinstadt Fredericksburg, dem Heimatort George Washingtons und Schauplatz von bedeutenden Auseinandersetzungen im amerikanischen Bürgerkrieg. Der pittoreske historische Stadtkern mit seinen vielen Antiquitätengeschäften, mehreren Gebäuden, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen und den überall bestechend dunkelpink und weiß blühenden kalifornischen Fliederbäumen (ich hoffe, ich habe die Pflanzen mittels Wikipedia richtig identifiziert) döst friedlich in der heißen Mittagssonne  und wir haben Hunger! So landen wir im wohl verrücktesten Restaurant, in dem wir seit unserer Einreise in die USA gewesen sind: Dem Bavarian Chef im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs von Fredericksburg. Endlich mal kein Pappgeschirr und Automatencola, die nach Chlor schmeckt und eine deutschgeschriebene Speisekarte mit englischen Untertiteln. Der nette Kellner Lee, möchte die Bestellung jedoch lieber nicht auf Deutsch entgegennehmen :-). Bei der Inneneinrichtung hat man das Gefühl, die Zeit ist in den 50er-Jahren stehen geblieben und die Pommes aus richtigen, frischen Kartoffelstreifen sind absolut lecker!

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