Rapper-Cupcakes, Regenbogenfarben und Grausamkeiten

Ich liebe den langen, heißen Sommer in Virginia. Schon früh morgens hat es mindestens 25°C und die Luftfeuchtigkeit ist ist hier an der Küste so hoch, dass das Gesicht einen glänzenden Tag verspricht, sobald man vor die Tür tritt. Es ist wieder Hochsaison für Klimaanlagen, Stars and Stripes  (Amerikas Geburtstagspartydekorationen), quietschbuntes, künstlich schmeckendes Wassereis und Barbecue. „Rapper-Cupcakes, Regenbogenfarben und Grausamkeiten“ weiterlesen

Von Inselleben, Sternenhimmeln und zuhause

Nach fast zwei Jahren ist Christian zum ersten Mal wieder in Deutschland, um sich in Koblenz im Bundeswehrkrankenhaus durchchecken zu lassen und die Bundeswehrärzte quasi mit seinen „Herzensangelegenheiten“ vertraut zu machen. Abgesehen mal davon, dass seine Kreditkarten-Pin nicht funktionierte, war sein erster Social-Media-Post aus der alten Welt recht ernüchtert und handelte von der bemerkenswerten Freundlichkeit deutscher Zollbeamter, dem gewöhnungsbedürftigen Kölner Dialekt und dem dominierenden Gefühl, dass „zuhause“ eigentlich Norfolk ist. Vielleicht wird das dadurch verstärkt, dass wir niemals Wurzeln im Köln-Koblenzer Raum hatten aber auch ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich mich nach den letzten Heimatbesuchen darauf gefreut habe, wieder hierher zurückzukommen. Amerika ist jetzt im Herzen. Irgendwann habe ich mal gelesen, was ich sofort unterschreiben würde: Die Liebe zu Deutschland ist wie die Liebe zur Mutter, die zu Amerika wie die zum Ehepartner. Wenn man sich entscheiden müsste, dann würde die Wahl immer auf den Partner fallen – so unperfekt er vielleicht auch sein mag und so wenig man ihn manchmal vielleicht verstehen kann… „Von Inselleben, Sternenhimmeln und zuhause“ weiterlesen

Julisonnentrödelei

Die langen amerikanischen Sommerferien dümpeln in Norfolk im Juli bei schwülen 36 Grad vor sich hin. Wir flüchten uns beinahe täglich an den East-Beach-Community-Pool, wo wir uns in eine Liste eintragen müssen, junge Väter mit ihren Kleinen planschen, Marta ihre Meerjungfrauen-Schwimmkünste trainiert und der ansehnlich am Beckenrand thronende Bademeister eine rote Badehose und ein bewundernswertes Durchhaltevermögen besitzt. Das Meer hier in der Bucht ist nicht mehr so richtig erfrischend und der Sand ist heiß unter den Füßen. Ebenso wie die Gehwegplatten im Hof und in der Neighborhood. Der Griff der Beifahrertür in meinem Auto ist angeschmolzen. Inzwischen bin ich allerdings auf die Sommermonate in Virginia halbwegs gut vorbereitet und habe meist eine Strickjacke in der Tasche. Denn in den super-klimatisierten Shoppingcentern und Restaurants kann man im dünnen Sommerkleidchen schnell ins Frösteln kommen. (Den Komfort der Klimaanlagen an sich werden wir in Deutschland allerdings vermissen, haben Christian und ich jedoch festgestellt.) Kool Smiles, Der Name der Kinderzahnarztpraxis, bei der Greta neulich einen Termin hatte, bekommt somit auch eine tiefere Bedeutung, wenn man auf 18 Grad runtergekühlt wird, während man auf die Fertigstellung des Abdrucks für die Zahnspange wartet. „Julisonnentrödelei“ weiterlesen

Bei den Red Sox!

Ich weiß nicht, was wir uns dabei gedacht haben :-), aber plötzlich steckten wir mit dem Cruise-America-Wohnmobil, im dicksten Stadtverkehr in Downtown Boston fest! Kurzfristig hatten wir uns im Internet unsäglich teure Karten für das Spiel der Boston Red Sox gegen die Pittsburg Pirates besorgt, welches am Donnerstag, den 13. April um kurz nach 2 im berühmten Fenway Park stattfand. Wir hatten natürlich auch nicht beachtet, dass bereits Stunden vorher im weiten Umkreis um das mitten in der Stadt liegende Stadion sämtliche Parkplätze garantiert keinen Platz mehr für ein 30 Feet großes RV (Recreational Vehicle) zur Verfügung haben und so einige Menschentrauben zum Spiel unterwegs sein würden. Ich bewundere Christian immer noch für seine Nervenstärke und Geistesgegenwart, wodurch wir das Wohnmobil dann doch in einer Nebenstraße in noch einigermaßen fußläufiger Entfernung zum Fenway Park abstellen konnten (und glücklicherweise dafür keine Parkknolle bekamen). Baseball ist für den Amerikaner wahrscheinlich so etwas wie Karneval für den Rheinländer. Man wächst damit auf und das Tolle daran, ist vor allem das ganze Drumherum, das Tamtam, die Mützen und das Bier. „Bei den Red Sox!“ weiterlesen

Take me to the Beach

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Jeden Tag kann man in diesem verrückten wunderbaren Land so viele Beobachtungen machen, über die es zu berichten lohnt, und doch wird es nun endlich Zeit vom Strand zu erzählen! Neulich erzählte mir eine Dame aus der deutschen Community hier, sie wollte nur deshalb unbedingt nach Virginia Beach ziehen (Norfolks Nachbargemeinde), um einmal im Leben auf dem Briefumschlag das Wort „Beach“ stehen zu haben. Ja, der Strand und das Meer – Sehnsuchtsorte…

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