Rapper-Cupcakes, Regenbogenfarben und Grausamkeiten

Ich liebe den langen, heißen Sommer in Virginia. Schon früh morgens hat es mindestens 25°C und die Luftfeuchtigkeit ist ist hier an der Küste so hoch, dass das Gesicht einen glänzenden Tag verspricht, sobald man vor die Tür tritt. Es ist wieder Hochsaison für Klimaanlagen, Stars and Stripes  (Amerikas Geburtstagspartydekorationen), quietschbuntes, künstlich schmeckendes Wassereis und Barbecue. „Rapper-Cupcakes, Regenbogenfarben und Grausamkeiten“ weiterlesen

Von Sehnsucht nach Mausohren, einer beinahe perfekten Welt und Celebration

Drei Tage  Micky Maus und Fake-Sonnenuntergänge – dann sind wir bei sehr realen 30°C Außentemperatur auf der ebenfalls sehr real verstauten Interstate 95 weiter nach Süden gefahren, in Richtung Everglades. Ein bisschen Feenstaub schien jedoch noch am Ärmel kleben geblieben zu sein: Walt Disney World ist ein Erlebnis, das nachwirkt – auf jeden Fall! Die perfekte Inszenierung – insbesondere des Magic Kingdoms – ist faszinierend und berauschend zugleich. Vom riesigen Besucherparkplatz aus setzt man mit einer nostalgischen Fähre ins Wunderland über und sobald man seinen Boden betritt (und die strengen Sicherheitskontrollen hinter sich gebracht hat), ist die Außenwelt quasi vergessen. Stattdessen taucht man förmlich ein in eine heile, durchorganisierte Welt – eine Welt aus Zuckerwatte, Luftballons, Funkelglitzer und Blasmusik.  „Von Sehnsucht nach Mausohren, einer beinahe perfekten Welt und Celebration“ weiterlesen

Traditionelle Christbaumgurken, vergessene Landschulen und die schönste Stadt zu leben

Ich muss mich korrigieren: Der Surf-n-Santa-5-Meilen-Lauf war toll! „I had a blast!“, sagt man hier in Amerika. Ein bisschen skurril war es zwar schon irgendwie aber als alle Läufer in ihren Kostümen am Start standen und eine wunderbar fröhliche Stimmung herrschte, fand ich das Ganze überhaupt nicht mehr peinlich. Es rannten sogar Rentiere mit und eine Smartmouth-Bierdose – unsere Freunde Kim und Porter haben am Freitag den neuen Standort ihrer Brauerei in Virginia Beach eröffnet (wofür übrigens ein ehemaliges Postgebäude umgebaut wurde). Angespornt von den Wichteln am Straßenrand und den hübschen Weihnachtsbeleuchtungen an der Strandpromenade bin ich sogar eine ziemlich gute Zeit gerannt und befand mich somit das Wochenende mehr oder weniger komplett im Endorphin – und naja, partybedingt auch im Alkoholrausch :-). „Traditionelle Christbaumgurken, vergessene Landschulen und die schönste Stadt zu leben“ weiterlesen

Zeitsprünge und Wetterwechsel

In unserer Neighborhood wird wahrscheinlich bald wieder ein Haus zu verkaufen sein. Ralph Northam, einer unserer Nachbarn, hat letzten Dienstag als Kandidat der demokratischen Partei die Wahl zum neuen Gouverneur von Virginia gewonnen. Zwar ist der ausscheidende Governor ebenfalls Demokrat, aber da auch bei einigen anderen Wahlen auf Lokal- und Staatenebene Kandidaten das Rennen machten, die sich deutlich von Trump absetzten, konnte man in vielen Medien und bei vielen Menschen ein Aufatmen und vorsichtige Hoffnung verspüren, dass der Spuk der aktuellen Regierung vielleicht doch bald und einigermaßen glimpflich zu Ende geht. Es bleibt – nun bereits ein Jahr nach den die Welt auf den Kopf stellenden Präsidentschaftswahlen in den USA – auf jeden Fall weiterhin interessant. Was man vielleicht von außen oft gar nicht so wahrnimmt – unabhängig von der Politik in Washington, wird in Amerika jedoch sehr viel auf Ebene der Bundesstaaten gestaltet und entschieden. Ob man Zugang zu Krankenversicherungen, Krankenhäusern und gut ausgestattete Schulen hat, ob man durch Schlaglöcher oder vorbei an Solarfeldern und Windkraftanlagen fährt, ist sehr davon abhängig in welcher Region man zuhause ist… „Zeitsprünge und Wetterwechsel“ weiterlesen

Frust, Basketball und Bingo mit Kunstblumen

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Amerika ist das Land der Extreme. So trösten extrem zuckrig-leckere Donuts, ein extrem aufregender Field Trip mit der Schulklasse zum Damenbasketball im schaukeligen Schulbus, unser (echter!) extrem wunderwunderschöner Weihnachtsbaum mit der neuen amerikanischen Christbaumspitze, die vielen Begegnungen mit extrem liebenswerten und freundlichen Menschen und allerlei sonderbare Beobachtungen über die extrem frustrierenden Dinge hinweg. Letzte Woche habe ich mich zum Beispiel einmal im Feierabendverkehr mit heulendem Kind im Auto im extrem unübersichtlichen Spaghettiknäuel der Interstates und Highways so hoffnungslos verfahren, dass ich beinahe in North Carolina gelandet wäre und nervlich völlig am Ende war. Und ich habe – ohne Erfolg – fast vier (!) Stunden in der Führerscheinbehörde zugebracht. „Frust, Basketball und Bingo mit Kunstblumen“ weiterlesen