Florence Comes To Town und ein guter Anfang

Ein Biest hat sich zu Besuch in Norfolk angekündigt. Die Menschen stocken Lebensmittel und Benzinvorräte auf und mancherorts werden Wasserflaschen knapp. Veranstaltungen werden abgeblasen und die Schulen sind zu – über South Carolina tobt Florence bereits. Für einige Teile der Stadt herrscht Evakuierungsgebot – erstaunlicherweise befindet sich East Beach jedoch nicht in der flutgefährdetsten Zone, aber wenn angrenzende Straßenzüge unter Wasser stehen, kommt man auch nicht mehr in unsere Neighborhood oder aus ihr heraus. Viele Menschen verlassen die Gegend bereits und auch wir überlegen, zu verreisen. Denn mit Kategorie-IV-Hurricane Florence ist nicht zu spaßen.

Noch herrscht jedoch Ruhe vor dem Sturm – nicht mal die Zikaden kreischen wie sonst; es herrscht herrliches Spätsommerwetter. Doch irgendwie liegt Nervosität in der Luft. „Florence Comes To Town und ein guter Anfang“ weiterlesen

Cowboyherz, Kaktusliebe und ein bisschen Drama

Nach drei Wochen Reisezeit befinden wir uns nun auf dem letzten Stück unseres Roadtrips. Von Texas geht es innerhalb von vier Tagen über Arkansas und Tennessee zurück nach Norfolk, Virginia. Manchmal schleicht sich nun schon ein Gedanke an zuhause ein und an das Schuljahr das bevorsteht. Aber noch sind wir Reisende… Im historischen Bergkurort Hot Springs halten wir und tauchen unsere Hände in das verblüffend heiße Wasser der sprudelnden Brunnen. Wir übernachten in Memphis und spazieren durch die sonntagmorgendliche Innenstadt. Die Hitze ist deutlich schwüler, es riecht nach Pisse und Stadtangestellte auf Fahrrädern scheuchen Obdachlose von ihren Schlafplätzen. Ich fotografiere bunte Wandbemalungen und die Fassaden im leergefegten Entertainmentviertel. „Cowboyherz, Kaktusliebe und ein bisschen Drama“ weiterlesen

Wanderlust, Westernpferde und fette Eichhörnchen

Es ist bereits früher Nachmittag, als wir vergangenen Dienstag nach guten zwei Stunden Autofahrt im Zion National Park ankommen. Vom Lake Powell aus ging es in Richtung Norden wieder nach Utah und durch die Berglandschaft des Grand Staircase Escalante National Monument. Wir passieren das pittoreske, von Bergen umgebene, Städtchen Kanab, die Umgebung wird grüner und die Luft frischer. Es ist nicht mehr so heiß und trocken. Immer wieder verwirrt uns die Uhrzeit – im Staat Arizona gibt es nämlich keine Daylight Saving Time (Sommerzeit), die Navajo Nation hingegen, welche teilweise auf Arizona-, teilweise auf Utah-Gebiet liegt, beteiligt sich jedoch daran, der Staat Utah ebenfalls. In Mt. Carmel Junction, wo sich die Straße zum einen nach Zion, zum anderen in Richtung Bryce Canyon  Nationalpark abzweigt, legen die Kinder und ich kurz eine Pause ein, um Essen zu kaufen. Leider werden am White Mountain Trading Post zur gleichen Zeit (Die an Wildwest-Zeiten erinnernde Bezeichnung „Trading Post“ bezieht sich hier im Land abseits der Interstates in der Regel auf Tank- und Raststellen, in denen es auch allerlei lokales bzw. indianisches Kunsthandwerk und Souvenirs gibt.) mehrere japanische Reisebusse entladen, so dass wir in eine kleinere Tankstelle um die Ecke fliehen und unsere Nachmittagsverpflegung im Wesentlichen aus Nachos, Schokolade und etwas Obst, das wir noch übrig hatten, bestehen wird. „Wanderlust, Westernpferde und fette Eichhörnchen“ weiterlesen

Menschen in bizarren Landschaften

Diesen Beitrag veröffentliche ich mit fast einer Woche Verzögerung. Unsere Reise hatte uns ab letztem Dienstag weiter nach Westen, in die Nationalparks Zion, Bryce Canyon und Grand Canyon, geführt und eine Internetverbindung war eher sporadisch vorhanden. Dafür wachten wir morgens mit Elchen auf dem Zeltplatz auf und krochen abends mit einem überwältigenden Sternenhimmel in unsere Schlafsäcke. Die Klamotten rochen nach Lagerfeuer. Was braucht es mehr?

Unser Road Trip zeigt, was man in den USA misst – und vielleicht manchmal vergisst – wenn man nicht gerne und lange Auto fährt: Die merkwürdigsten, malerischsten und einsamsten Orte, an denen Menschen leben und arbeiten, und an denen man rasten und für die Nacht bleiben kann. Den letzten Zwischenstopp vor der Weite des Westens machten wir irgendwo im gefühlten Nirgendwo, in Limon, was nicht viel mehr als eine Straßenkreuzung an der Grenze von Kansas und Colorado ist. „Menschen in bizarren Landschaften“ weiterlesen

Virginias wonnige Maitage und manche Erkenntnisse

In Virginia hat die Jahreszeit begonnen, von der Christian sagt, wenn man einen Besenstiel vor die Tür stellt, schlägt er unverzüglich Wurzeln :-). Es ist die Zeit der heißen Strandnachmittage und feuchtwarmen Morgenstunden. Manchmal regnet es tagelang ohne Unterlass und wir waten im Hof durchs knöcheltiefe Wasser. Nachts muss die Klimaanlage nun wieder durchlaufen. Die Taubenfamilie, die auch letztes Jahr das Nest an der Satellitenschüssel im Garten bezogen hatte, hat in diesem Jahr erfolgreich zwei Junge großgezogen – wir waren ein bisschen traurig, als die Kleinen nach ein paar Wochen schon das Nest wieder verlassen haben. Den Tomaten und Erdbeeren, der Minze, dem Salbei, der Klematis und den Hortensien kann man beim üppigen Gedeihen, Ranken und Wetteifern förmlich zusehen. Ich habe das Salz vom letzten Jahr von den Fenstern gewaschen und kehre zweimal am Tag ein Schäufelchen Sand aus dem Haus. Eben waren es noch Frühlingsfeste – nun feiern wir schon wieder Sommerpartys und Abschiede mit Freunden… „Virginias wonnige Maitage und manche Erkenntnisse“ weiterlesen